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Kfz Versicherung bei Oldtimern und Youngtimern

2560-bus-fahrplanSagen wir, wie es ist: Der Deutsche liebt Autos. Und alte Autos mag er offenbar besonders gerne. Es gibt wohl kaum eine Stadt, in der es nicht auch einen Oldtimerclub gibt. Und von Oldtimertreffen hört man eher selten, dass Mangel an Besuchern besteht. Alte Autos faszinieren die Menschen einfach.

Sie Interessieren sich für Oldtimer? Dann möchte ich Ihnen hier ein wenig Hintergrundwissen rund um das Kernthema „Oldtimer/Youngtimer“ und den dazugehörigen Versicherungsschutz liefern.

Oldtimer, Youngtimer – was versteht man überhaupt darunter?

Die Begriffe bezeichnen der nüchternen Definition nach Fahrzeuge, die mindestens 30 Jahre (Oldtimer) bzw. 25 Jahre (Youngtimer) sind. Die Oldtimerszene hat die Begriffe im Laufe der Zeit selbst sehr unterschiedlich verwendet. Man merkt, wie sich die Einstellung mit dem Alter der aktiven Szenemitglieder geändert hat. Waren „echte“ Oldtimer viele Jahre lang nur solche Fahrzeuge, die vor dem 2. Weltkrieg gebaut wurden, sind inzwischen auch Fahrzeuge aus den 1960er Jahren (bedingungslos) akzeptierte Oldtimer. Youngtimer kannte die Szene früher gar nicht („Das sind Gebrauchtwagen!“). Inzwischen bekommt man aber auch mit Pkws aus den 70ern oder frühen 80ern normalerweise keine Probleme, auf ein Oldtimertreffen gelassen zu werden.

Weshalb überhaupt ein altes Auto fahren?

Vor allem für jüngere Leser steht diese Frage vor allen anderen im Raum. Warum kauft man sich ein altes Auto? Das hat oft viele Kilometer, hat keine technischen Helfer wie ABS, ESP, ASR oder ähnliches. Zudem sind die doch alle rostig und bleiben ständig liegen. Das alles kann stimmen, muss es aber nicht.

Einen Old- oder Youngtimer fährt man vor allem deshalb, weil man eben nicht wie in einem modernen Fahrzeug fahren möchte. Es geht um die „Portion Nostalgie“, die man sich da holt – „wie früher, in Opas Benz…“. Natürlich geht es auch um Individualität, Freude an alten Formen und die Faszination für alte Technik, teils die Freude am „Schrauben“ und – je nach gewähltem Model – auch um ein wenig Coolness. Soweit ein Abriss emotionaler Gründe, die für einen Zweitwagen älteren Baujahrs sprechen.

Vor allem in den letzen Jahren führte auch ein ganz anderer Grund dazu, dass die Nachfrage nach alten Fahrzeugen steigt: Die Wertsteigerung. Angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase, in der wir uns befinden und man sich schwer tut, überhaupt noch eine vernünftige Verzinsung für sein Vermögen zu finden, scheint es für immer mehr Menschen reizvoll zu werden, zumindest einen Teil der freien Ersparnisse in Sachwerten „arbeiten“ zu lassen. Und mit einem Auto könnte man sogar noch fahren – ein riesiger Vorteil gegenüber z. B. Wein oder Kunst… die Auswirkungen auf das Preisniveau spürt man sogar bei ehemaligen „Allerweltsautos“. Hier hat die Abwrackprämie das Straßenbild speziell um Modell der 80er Jahre gesäubert. Wann haben sie beispielsweise zuletzt einen Opel Monza im täglichen Straßenverkehr gesehen? Bei höherwertigen Fahrzeugen und bestimmten Marken explodieren die Preise derzeit förmlich. Zumindest derzeit ein nicht zu unterschätzender Grund.

H-Kennzeichen?

Denkt man an Oldtimer, denkt man auch automatisch gleich an das H-Kennzeichen. Grundsätzlich kann man auch jeden Oldtimer mit einem regulären Kennzeichen zulassen. Die Versteuerung wird dann entsprechend Hubraum und Abgasklasse vorgenommen. Mit dem H-Kennzeichen führte der Gesetzgeber im Juli 1997 eine Sonderform der Zulassung für „Historische Fahrzeuge“ ein. Der Wortlaut der Straßenverkehrszulassungssordnung dazu:

„Auf Antrag wird für ein Fahrzeug, das vor 30 Jahren erstmals in den Verkehr gekommen ist und vornehmlich zur Pflege kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes eingesetzt wird, ein Oldtimerkennzeichen zugeteilt.“

Der wesentlichste Vorteil der H-Zulassung liegt in der pauschalen Kfz-Versteuerung. Unabhängig von Modell oder Hubraum werden für einen so zugelassenen Pkw 191 Euro Steuer aufgerufen. Da sich in Frage kommende Fahrzeuge in der Regel in einer sehr ungünstigen Schadstoffklasse befinden (z. B. kein Katalysator oder nur ein U-Kat), lohnt sich die H-Zulassung in der Regel für den Halter. Hier gibt es natürlich Ausnahmen. Kleinmotorige Fahrzeuge wie z. B. die BMW Isetta liegen oft – trotz schlechtmöglichster Schadstoffeinstufung – unter diesem pauschalen Steuersatz. Das trifft auch für Fahrzeuge wie den NSU Ro 80 zu, der mit Wankelmotor keinen Hubraum hat und in der Folge wie ein LKW nach Gewicht versteuert wird.

Aber auch für solche Fahrzeuge kann sich das H-Kennzeichen unter Umständen doch lohnen. Mit H-Kennzeichen darf man Umweltzonen befahren. Wer mit dem Oldie also auch größere Städte besucht, ist einfach mobiler.

Natürlich bekommt nicht jedes Fahrzeug, das die 30 Jahre schafft, auch ein H-Kennzeichen. Das Fahrzeug sollte möglichst im Originalzustand erhalten sein. So werden z. B. nur Lackierungen akzeptiert, die im Baujahr verfügbar waren. Desweiteren dürfen zwar Anbauteile verbaut sein, jedoch nur wenn diese in den ersten 10 Jahren nach der Erstzulassung üblich waren. Für größere Umbaumaßnahmen am Fahrzeug gilt eine Frist von 30 Jahren. So wird sichergestellt, dass der Oldtimer den Geist seiner Zeit korrekt widerspiegelt. Seit 2011 gilt für Oldtimer eine neue Richtlinie zur Bewertung, die jedoch einen gewissen Spielraum für Interpretationen durch den Gutachter ermöglicht. Zusammengefasst: Vernünftiger Zustand und Gutachten.

Inzwischen sind knapp 280.000 Pkws mit H-Kennzeichen auf deutschen Straßen unterwegs.

Zustandsnoten

Im Zusammenhang mit Oldtimern wird auch immer von Zustandsnoten gesprochen. Wer noch nie damit zu tun hatte, kann sich oft nur schwer vorstellen, was sich hinter der Zustandsnot verbirgt. Classic Data, eine Datenbank für klassische Fahrzeuge kennt verschiedene Einstufungen (nicht fahrbarem Blechhaufen bis blitzende und voll funktionstüchtigem Schmuckstück). Sie können davon ausgehen, dass man das H-Kennzeichen ab Zustand 3 erhalten kann.

Oldtimer-Ralley

Oldtimer-Ralleys sind beliebte Events in der Szene. Mit einer Rennsportveranstaltung im klassischen Sinn haben sie allerdings nichts gemein. Hier geht es nicht darum, als erster im Ziel zu sein und um „das Erreichen einer Höchstgeschwindigkeit“. Vielmehr sind es Gleichmäßigkeitsfahrten, bei denen bestimmte Etappen in einer vorgegebenen Zeit erreicht werden müssen. Je genauer man eintrifft, desto besser die Platzierung. Das führt regelmäßig dazu, dass Teilnehmer die letzen Meter in Schrittgeschwindigkeit zurücklegen.

Versicherungsschutz

a) Das Auto wird zugelassen und bewegt

Kommen wir zum Versicherungsschutz. Eine Oldtimerversicherung ist – salopp gesagt – spottbillig. Das liegt daran, dass Oldtimer und Youngtimer in der Regel seltener und vorsichtiger bewegt werden, als Alltagsautos. Ein solches wird daher in der Regel immer vorausgesetzt.

Für die Oldtimerversicherung ist kein H-Kennzeichen nötig. Viele Anbieter versichern auch Youngtimer, die noch nicht über die Altershürde kommen und folglich auch noch kein H aufs Kennzeichen bekommen.

Der Fahrzeugwert spielt bei der Oldtimerversicherung immer eine große Rolle. Manche Anbieter setzen einen Mindestwert voraus, manche verlangen (zumindest ab einem gewissen Wert) auch ein Gutachten. Der Marktwert ist immer Grundlage der Berechnung der Kaskoprämie. Wie oben beschrieben, entwickelt sich der Marktwert eines Fahrzeugs über die Jahre nach oben. Dadurch wird der angegebene Wert irgendwann deutlich vom tatsächlichen Ist-Wert abweichen. Es ist daher empfehlenswert mindestens alle zwei Jahre beim Kunden wegen des aktuellen Werts anzufragen, oder selbst einen passenden Wert aus der Classic Date Datenbank zu ziehen. Es gibt zwar Anbieter, die auch eine gewisse Vorsorge beim Wert bieten, aber bei 20 % über Wert dürfe bei allen Versicherern Schluss sein. Das Problem, dass Sie auf eine Unterversicherung zusteuert, sollten Sie jedenfalls nie vergessen.

Einen Schadenfreiheitsrabatt gibt es hier übrigens nicht, weshalb es im Schadensfall auch zu keiner Hochstufung kommt. Sollte man sich – weshalb auch immer – irgendwann vom Oldtimerhobby trennen, bilden manche Anbieter im Hintergrund aber eine Schadensfreiheitsklasse, die dann auch für „normale“ Fahrzeuge genutzt werden kann.

b) Das/Die Auto/s werden nicht zugelassen und nicht bewegt (Sammlung)

Auch beim Begriff „Oldtimersammlung“ bestehen oft falsche Vorstellungen. Meist sind das keine Hallen voller automobiler Schätze, sondern zwei bis vier eher mittelpreisige Fahrzeuge, die sich über die Zeit beim Kunden angesammelt haben und in einer Garage oder Halle stehen. Die Fahrzeuge werden nicht genutzt – das kommt vielleicht irgendwann noch. Bis dahin erfreut man sich daran, dass man die Autos hat.

Natürlich sind auch diese Fahrzeuge verschiedenen Gefahren ausgesetzt, sie können brennen, gestohlen werden, … Daher bieten einigen Anbieter die Möglichkeit, diese Sammlungen mit einer separaten Kaskoversicherung abzusichern. Im Regelfall genügt den Versicherern hier der reguläre Risikofragebogen, um ein Angebot abgeben zu können.

c) Das/Die Auto/s werden nicht zugelassen aber gelegentlich bewegt  (Rotes 07er-Kennzeichen)

Um Fahrzeuge aus Sammlungen gelegentlich bewegen zu können, führte der Gesetzgeber 1994 das rote 07er-Kennzeichen ein. Im Prinzip ist es dem roten Händlerkennzeichen (06er-Kennzeichen) ähnlich und kann an verschiedenen Fahrzeugen genutzt werden. Als Fahrzeugpapiere erhält der Halter ein rotes Fahrzeugscheinheft, in das die Zulassungsstelle die wichtigsten Daten sämtlicher Fahrzeuge einträgt. Dieses Heft muss während der Fahrt mitgeführt werden. 07er-Oldies müssen die gleichen Voraussetzungen erfüllen wie H-Kennzeichen-Oldtimer, also mindestens 30 Jahre alt und in gutem, originalem oder originalgetreuem Zustand sein.

Der Einsatz des Kennzeichens ist stark eingeschränkt. Es darf lediglich für:

– An- und Abfahrten zu Oldtimer-Veranstaltungen
– Probe- und Überführungsfahrten
– Fahrten zum Zwecke der Wartung oder Reparatur (sog. Werkstattfahrten)

verwendet werden.

Teilesammlung

Viele Oldtimerfans haben auch ordentliche Sammlungen an Teilen für ihr Fahrzeug gehortet. Diese stellen – je nach Modell – oft schon für sich selbst einen enormen, stetig wachsenden Wert dar. Hier kann es sinnvoll sein, gesonderten Versicherungsschutz einzukaufen. Einzelne Oldtimerversicherer bieten diesen Schutz.

Sie haben einen Oldtimer oder möchten sich einen kaufen.
bei Fragen einfach anrufen oder eine E-Mail senden.
Ihr
Wolfgang Ruch

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