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Karambolage-Atlas 2020: Auf Deutschlands Straßen kracht es weniger, dafür wird es teurer

Jeder elfte Fahrzeughalter in Deutschland hat pro Jahr einen Kfz-Schaden. Trotz der weit verbreiteten Klimadiskussion ist das Auto für viele Menschen in Deutschland weiterhin eines der wichtigsten Fortbewegungsmittel. Zu Beginn dieses Jahres zählte Deutschland 47,7 Millionen zugelassene Personenkraftwagen. Das ist ein Anstieg um mehr als eine halbe Million Fahrzeuge im Vergleich zum Jahr 2019. Gemessen an der Einwohnerzahl besitzt mehr als jeder zweite Bundesbürger einen Pkw.

Für Deutschlands großen Karambolage-Atlas werten die Datenanalytiker der Generali Versicherung alle zwei Jahre die Schadenentwicklung der Kunden aus. Für diese Studie konnten mehr als 270.000 Kfz-Schäden bis in die Tiefe analysiert und daraus ein repräsentatives Abbild für Deutschland entwickelt werden. Auch ist zu erkennen, welche Art von Schäden in unterschiedlichen Dimensionen, wie Automarke, PS-Klasse oder Jahreszeit, auftreten.

2019 hatte jeder elfte Fahrzeughalter einen Kfz-Schaden (Schadenhäufigkeit von 9,1 Schäden pro 100 Fahrzeughalter). Die durchschnittlichen Schadenkosten in Deutschland liegen bei rund 2.350 Euro. Zum Vergleich: 2017 war zwar noch jeder Neunte betroffen (Schadenhäufigkeit von 11,7 Schäden pro 100 Fahrzeughaltern), die Schadenshöhe war mit 2.300 Euro im Schnitt etwas geringer. Allerdings verursacht mittlerweile gut jeder dritte Schaden Kosten in Höhe von über 2.500 Euro. Zum Vergleich: Im Jahr 2017 war nur jeder Vierte von einem vergleichbar teuren Schaden betroffen. Der Anteil der Schäden in diesem Bereich ist seit 2017 zudem um mehr als fünf Prozentpunkte gestiegen. „Es sind immer mehr Autos mit Assistenzsystemen und technischen Hilfsmitteln auf unseren Straßen unterwegs. Entsprechend werden viele der kleineren Unfälle, beispielsweise beim Ein- und Ausparken, verhindert. Entsteht dann aber doch ein Schaden, sorgen die Reparaturen der teuren Hilfsvorrichtungen für höhere Kosten.

Hier eine Übersicht der Schadenhäufigkeit nach Landkreisen:

Fahren Männer besser Auto als Frauen? Der Karambolage-Atlas kann weder diese These noch das Gegenteil belegen: Die Schadenhäufigkeit der Geschlechter unterscheidet sich nur minimal. Jeder elfte männliche Fahrzeughalter war 2019 von einem Schaden betroffen (Schadenhäufigkeit: 8,6 Prozent), bei den weiblichen Fahrzeughalterinnen war es jede zehnte (10,1 Prozent).

Die Sommermonate Juni und Juli bergen das höchste Unfallrisiko. Das mag zunächst überraschen, so vermutet man im Winter mehr Unfälle durch vereiste und glatte Straßen. Vermutlich sind viele Fahrer in den kalten Monaten vorsichtiger auf den Straßen unterwegs sind, während im Sommer durch Urlaubsreisen mehr Stress und Unruhe auf Deutschlands Straßen herrscht. Zudem war der Winter 2019 verhältnismäßig mild, was sich ebenfalls durch weniger Schäden widerspiegelt.“

Der Montag ist bekanntlich nicht der beliebteste Wochentag – auch nicht auf den Straßen: Mit knapp 18 Prozent ist an diesem Tag das Schadenrisiko im Vergleich zu den anderen Wochentagen am höchsten. Das Klischee der Sonntagsfahrer bestätigt sich übrigens nicht: Hier sind Autofahrer mit einer Schadenhäufigkeit von 8,5 Prozent deutlich sicherer unterwegs. Die Schadenhäufigkeit stellt die Wahrscheinlichkeit unter allen Versicherten dar, von einem Versicherungsfall betroffen zu sein. Dazu wurden von der Generali in Deutschland die Daten von über 270.000 Kfz-Schadenfällen aus dem Jahr 2019 ausgewertet. Insgesamt wurden seit 2015 mehr als 975.000 Kfz-Schadenfällen betrachtet. Auswertungsdetails zu allen deutschen Städten und Landkreisen zeigt unsere interaktive Karte auf www.generali.de/karambolage-atlas.

Die Informationen und Grafiken Info-Grafik Städte Landkreise stammen von der Generali Versicherung.
Ihr
Wolfgang Ruch

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